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Marco d’Eramo: Die Welt im Selfie

Marco d'Eramo: Die Welt im Selfie

Marco d'Eramo: Die Welt im Selfie - von der schönsten Kanalisation der Welt bis zum gut gemeinten Städtemord - Foto: pixabay /Buchcover

Der römische Journalist und Autor Marco d’Eramo hat sich in bemerkenswerter Weise mit der „größten Industrie der Welt“ auseinander gesetzt, dem Tourismus. Das Original erschien unter dem Titel Il selfie del mondo. Indagine sull’era del turismo (Feltrinelli).

Aus dem Klappentext:
„Was den einen Erholung vom Alltag ist, wird für die anderen zu einer alltäglichen Belastung: Weltweit explodieren die Touristenzahlen, in den letzten 15 Jahren haben sich die Einnahmen der Branche mehr als verdoppelt, in Mallorca kamen im Juli 2016 1,8 Millionen Besucher auf 900000 Einheimische. Diese protestierten – als Touristen verkleidet – in Tennissocken und mit umgehängter Kamera. Damit griffen sie zwei Aspekte auf, die rund um das historisch junge Phänomen Massentourismus seit je zentral sind: ästhetische Abgrenzung (schlecht angezogene Touristen sind immer die anderen) und das Faszinosum Urlaubsfotografie.

Auf den Spuren von Twain, Barthes und Enzensberger besichtigt Marco d’Eramo unser touristisches Zeitalter. Warum verrenken wir uns, um uns – notfalls unter Einsatz eines Selfie-Sticks – vor Bauwerken abzulichten, die wir »in echt« weniger beeindruckend finden als im Reiseführer? Was zeichnet ihn aus, den touristischen Blick? Und wie verändert der Tourismus Destinationen wie Las Vegas, Paris oder Venedig? Eine essayistische Tour d’Horizon, nach deren Lektüre Sie Sehenswürdigkeiten mit anderen Augen sehen werden.“

Der Autor wählt eine bisweilen ironische Sprache, und erhellt damit die Mechanismen hinter Bildern.

»Das europäische Modell der ‹erworbenen Echtheit› ist das Schloß Neuschwanstein, ein Mittelalter-Fake, dessen Falschheit offenkundig ist, das mit der Zeit jedoch eine unbestreitbare ‹Aura› erworben hat. Genauso wie im Disneyland, wo alles echter als echt ist, ist das Schloß mittelalterlicher als das Mittelalter. das Indianerlager apachiger als die Apachen.«

Über den Autor:
Marco d’Eramo, geboren 1947, ist Journalist. Er gehörte zu den Gründern der Zeitung Il Manifesto, für die er u. a. als Korrespondent in den USA war. Heute schreibt er regelmäßig für die New Left Review. D’Eramo lebt in Rom.

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